Volleyball Knieschoner: Brauche ich sie und welche passen?

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Der unterschätzte Ausrüstungsgegenstand
Ich habe in meinem ersten Vereinsjahr ohne Knieschoner gespielt. Das ging genau so lange gut, bis ich im Training meinen ersten Hechtbagger versuchte und mit dem blanken Knie auf dem Hallenboden landete. Die blaue Stelle hat zwei Wochen gehalten. Seitdem trage ich Knieschoner — nicht bei jedem Training, aber immer wenn Abwehr auf dem Programm steht.
Knieschoner sind kein Pflichtausrüstungsteil im Volleyball. Aber sie nehmen dir die Angst vor dem Bodenkontakt — und das ist vielleicht ihr größter Wert. Spieler, die wissen, dass ihre Knie geschützt sind, werfen sich eher nach dem Ball. Und im Volleyball entscheidet genau diese Bereitschaft über viele Punkte.
Typen: Slip-on, Wrap und Gel-Knieschoner
Es gibt drei Grundtypen von Volleyball-Knieschonern, und jeder hat Vor- und Nachteile. Slip-on-Knieschoner sind Schläuche aus elastischem Material, die du wie eine Socke über das Knie ziehst. Sie sitzen eng, verrutschen wenig und bieten eine gleichmäßige Polsterung. Der Nachteil: Du musst die Schuhe ausziehen, um sie anzulegen. Und wenn sie zu eng sind, können sie die Durchblutung einschränken.
Wrap-Knieschoner haben einen Klettverschluss und lassen sich um das Knie wickeln. Sie sind flexibler in der Anpassung und leichter an- und abzulegen, aber sie verrutschen häufiger als Slip-on-Modelle. Im Spiel kann das frustrierend sein, wenn du nach jedem Bodenkontakt den Knieschoner wieder in Position rücken musst.
Gel-Knieschoner sind eine Variante der Slip-on-Modelle mit einer Gel-Einlage statt reinem Schaum. Das Gel passt sich der Knieform besser an und verteilt den Aufpralldruck gleichmäßiger. Sie sind schwerer als Schaumstoff-Knieschoner, aber für Spieler, die häufig auf den Boden gehen, bieten sie den besten Schutz. Ich persönlich trage Gel-Knieschoner und schätze besonders, dass sie auch bei wiederholten Bodenkontakten nicht so schnell durchdrücken wie reiner Schaum.
Neben diesen drei Grundtypen gibt es Spezialmodelle mit integrierten Seitenpolstern, die auch bei seitlichen Stürzen schützen. Für die meisten Spieler sind die Standardmodelle ausreichend, aber wenn du eine Position spielst, bei der du häufig seitlich auf den Boden gehst — etwa als Libero bei Hechtbaggern nach rechts und links — können erweiterte Polster sinnvoll sein. Probiere verschiedene Modelle im Training und entscheide dann, welcher Typ zu deiner Spielweise passt.
Passform und Größe: So sitzt der Knieschoner richtig
Ein Knieschoner, der rutscht, ist schlimmer als keiner. Er vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl und schützt im entscheidenden Moment nicht. Die richtige Größe findest du, indem du den Umfang deines Beins direkt über der Kniescheibe misst. Die Größentabellen der Hersteller basieren auf diesem Maß — verlass dich nicht auf deine Hosengröße.
Der Knieschoner muss die Kniescheibe vollständig abdecken und idealerweise auch den Bereich knapp darunter. Beim Anprobieren: Geh in die Hocke, mache einen Ausfallschritt und simuliere eine Abwehrbewegung. Verrutscht der Knieschoner dabei? Schnürt er ab? Drückt er in der Kniekehle? Wenn ja, probiere eine andere Größe oder ein anderes Modell.
Ein Tipp aus der Praxis: Neue Knieschoner fühlen sich oft etwas zu eng an und werden nach einigen Trainings weicher. Kaufe nicht zu groß, nur weil der Knieschoner beim ersten Tragen etwas drückt. Das elastische Material gibt nach. Zu groß gekaufte Knieschoner dagegen werden mit der Zeit noch lockerer und fangen an zu rutschen.
Wann sich Knieschoner lohnen und wann nicht
Mehr als 65 % der Volleyballverletzungen betreffen die untere Extremität. Knieschoner verhindern keine Gelenkverletzungen — dafür sind sie nicht gemacht. Was sie verhindern, sind Prellungen, Schürfwunden und Hautabschürfungen, die beim Bodenkontakt in der Abwehr entstehen. Das klingt harmlos, aber wer schon einmal mit einer offenen Schürfwunde an der Kniescheibe auf den Hallenboden geknallt ist, weiß, wie schmerzhaft das sein kann.
Knieschoner lohnen sich besonders, wenn du regelmäßig Feldabwehr trainierst, den Hechtbagger übst oder auf einer Position spielst, die viel Bodenkontakt erfordert — etwa als Libero oder Außenangreifer in der Annahme. Spieler, die hauptsächlich am Netz stehen und selten auf den Boden gehen — etwa Mittelblocker — können oft darauf verzichten.
Auch die Art des Hallenbodens spielt eine Rolle. Auf modernen Sportböden mit Schwingfunktion ist der Aufprall weniger hart als auf alten Betonböden mit dünner Beschichtung. Wenn du in einer Halle mit hartem Boden spielst, sind Knieschoner fast unverzichtbar. In einer gut gefederten Halle kannst du eher darauf verzichten, wenn du es bevorzugst.
Pflege und Lebensdauer: Knieschoner waschen und ersetzen
Knieschoner nehmen Schweiß auf — und fangen nach ein paar Wochen an, entsprechend zu riechen, wenn du sie nicht wäschst. Die meisten Modelle sind maschinenwaschbar bei 30 Grad im Schonwaschgang. Kein Weichspüler, kein Trockner — beides beschädigt das elastische Material und die Polsterung. Hänge sie nach dem Waschen zum Trocknen auf.
Die Lebensdauer hängt von der Häufigkeit des Einsatzes und der Qualität des Materials ab. Günstige Modelle halten ein bis zwei Saisons, hochwertige Gel-Knieschoner drei und mehr. Tausche sie aus, wenn die Polsterung spürbar dünner geworden ist, das Material ausleiert oder der Knieschoner nicht mehr richtig sitzt. Ein durchgedrückter Knieschoner schützt kaum besser als gar keiner.
Schutz, der dich mutiger macht
Knieschoner sind kein Zeichen von Schwäche — sie sind ein Werkzeug, das dich dazu bringt, dich nach jedem Ball zu werfen. Die besten Abwehrspieler, die ich kenne, tragen Knieschoner nicht aus Angst, sondern weil sie wissen, dass sie so öfter auf dem Boden landen und mehr Bälle retten. Wie Knieschoner ins Gesamtbild deiner Ausrüstung passen, findest du in meinem Überblick zu Volleyball Technik Tipps.
Aus welchem Material bestehen die besten Volleyball-Knieschoner?
Gel-Polster bieten den besten Schutz, weil sie sich der Knieform anpassen und den Aufprall gleichmaessiger verteilen als Schaumstoff. Schaumstoff-Knieschoner sind leichter und trocknen schneller. Für Spieler mit häufigem Bodenkontakt — etwa Liberos — empfehle ich Gel, für gelegentlichen Einsatz reicht Schaum.
Kann ich Knieschoner auch beim Beachvolleyball tragen?
Grundsaetzlich ja, aber auf Sand sind Knieschoner selten noetig. Sand ist weich genug, um Knieprellungen zu verhindern. Manche Beachvolleyballer tragen duenne Knieschoner bei sehr steinigem oder hartem Untergrund, aber im normalen Strandsand sind sie eher hinderlich als nuetzlich.
Erstellt von der Redaktion von „Volleyball Tipps“.
