Volleyball Technik Tipps: Fünf Techniken, die dein Spiel verändern

Volleyball Technik Tipps - Spielerin zeigt korrekte Armhaltung beim Baggern in der Sporthalle

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Volleyball Technik Tipps: Fünf Techniken, die dein Spiel verändern

Vor neun Jahren stand ich zum ersten Mal als Trainer auf der anderen Seite des Netzes und beobachtete eine Anfängergruppe beim freien Spiel. Zwanzig Minuten lang flog der Ball in alle Richtungen – nur nicht dahin, wo er hinsollte. Das Problem war nicht mangelnder Einsatz. Es war mangelnde Technik. Seitdem habe ich hunderte Spieler begleitet, und meine Erkenntnis hat sich nie geändert: Technik schlägt Athletik, zumindest bis du in der Bundesliga stehst.

Volleyball ist ein Sport, der von Präzision lebt. Die durchschnittliche Körpergröße männlicher Volleyball-Profis liegt bei rund 193 cm – aber ich kenne genug Spieler unter 180 cm, die mit sauberer Technik Teams dominieren. Weil sie den Ball dort platzieren, wo er hingehört. Weil jede Berührung sitzt. Weil Technik der Hebel ist, der alles andere erst wirksam macht.

In diesem Artikel zerlege ich die fünf Grundtechniken des Volleyballs in ihre Bestandteile: Baggern, Pritschen, Schmettern, Aufschlag und Block. Zu jeder Technik bekommst du die häufigsten Fehler, die ich in meiner Trainerarbeit sehe, und konkrete Ansätze, um sie abzustellen. Wenn du tiefer in Training und Übungsplanung einsteigen willst, findest du dort den passenden Anschluss.

Baggern lernen: Technik, Armhaltung und Timing

Der erste Ballkontakt entscheidet über den gesamten Spielzug. Wenn die Annahme nicht stimmt, kann der Zuspieler nicht sauber stellen, und der Angreifer bekommt einen Ball, mit dem er wenig anfangen kann. Baggern – im Fachbegriff „unteres Zuspiel“ oder international „Bump“ – ist deshalb nicht irgendeine Technik. Es ist die Technik, auf der alles aufbaut.

Die Grundposition beim Baggern sieht so aus: Füße schulterbreit, Knie gebeugt, Oberkörper leicht nach vorne geneigt. Du stehst auf den Fußballen, nicht auf den Fersen. Dein Gewicht ist vorne, bereit, in jede Richtung zu reagieren. Die Arme sind noch nicht gestreckt – das passiert erst kurz vor dem Kontakt.

Die Plattform – also die Kontaktfläche deiner Unterarme – bildest du, indem du eine Hand in die andere legst und die Daumen parallel nebeneinander nach unten drückst. Die Ellbogen drehen nach innen, die Unterarme bilden eine möglichst flache, gleichmäßige Fläche. Je stabiler diese Plattform, desto kontrollierter fliegt der Ball. Ein Fehler, den ich ständig sehe: Spieler verschränken die Finger ineinander statt die Hände übereinander zu legen. Das verdreht die Unterarme und zerstört die ebene Fläche.

Beim Kontakt selbst passiert etwas Kontraintuitives: Du schlägst den Ball nicht. Du lässt ihn abprallen. Die Kraft kommt aus den Beinen, nicht aus den Armen. Die Armbewegung nach oben ist minimal – denk an ein leichtes Anheben, nicht an einen Schwung. Der häufigste Instinkt von Anfängern ist, die Arme wie eine Schaufel nach oben zu reißen. Das Ergebnis: Der Ball fliegt unkontrolliert hoch und weit hinter dich. Stattdessen: Beine strecken, Plattform stabil halten, den Winkel der Arme bestimmen lassen, wohin der Ball geht.

Timing bedeutet beim Baggern vor allem Beinarbeit. Bevor der Ball bei dir ankommt, musst du bereits in Position stehen. Nicht daneben stehen und die Arme seitlich ausstrecken. Nicht nach vorne hechten, obwohl du zwei Schritte hättest machen können. Der Leitsatz, den ich meinen Spielern einpräge: Füße zuerst, Arme zuletzt. Wer sich bewegt, bevor er die Arme formt, trifft den Ball mittig. Wer stehenbleibt und nur die Arme justiert, trifft den Ball irgendwo.

Eine Übung, die ich in fast jedem Training einsetze: Ein Partner wirft den Ball aus drei Metern Entfernung in wechselnde Richtungen – links, rechts, kurz, lang. Die Aufgabe ist nicht, den Ball perfekt zu baggern. Die Aufgabe ist, vor jedem Kontakt beide Füße neu zu positionieren. Wer das zwei Wochen konsequent macht, verändert sein Baggern grundlegend.

Typische Fehler beim Baggern und wie du sie vermeidest

Fehler Nummer eins: die Arme schwingen. Ich nenne es das „Schaufelproblem“. Der Ball kommt, die Arme gehen wie eine Wippe nach oben, und der Ball segelt drei Meter über den Zuspieler hinweg. Lösung: Stell dir vor, deine Arme sind ein Tablett, auf dem ein Glas Wasser steht. Du willst das Wasser nicht verschütten. Das zwingt dich automatisch zu einer ruhigen, kontrollierten Bewegung.

Fehler Nummer zwei: den Ball mit den Händen treffen statt mit den Unterarmen. Das passiert, wenn die Arme zu hoch gehalten werden oder die Plattform zu spät geformt wird. Der Ball trifft die Handgelenke oder die Fäuste, springt unkontrolliert ab, und du wunderst dich über blaue Flecken an den falschen Stellen. Die Kontaktstelle liegt auf den inneren Unterarmen, etwa eine Handbreit über dem Handgelenk.

Fehler Nummer drei: starre Beine. Wer mit durchgestreckten Knien baggert, hat keine Chance, die Ballhöhe zu regulieren. Die Beine sind dein Höhenregler. Tiefere Kniebeuge für flache Bälle, leichtere Beugung für Bälle auf Hüfthöhe. Ohne diesen Mechanismus versuchst du, alles über die Arme zu korrigieren – und verlierst die Kontrolle.

Fehler Nummer vier: seitlich zum Ball stehen. Deine Plattform zeigt immer dorthin, wo der Ball hinfliegen soll – meistens zum Zuspieler. Wenn du seitlich zum Ball stehst, musst du die Arme verdrehen, die Plattform wird schief, und der Ball geht in eine unvorhersehbare Richtung. Dreh deinen gesamten Körper zum Ziel, nicht nur die Arme.

Pritschen: Das obere Zuspiel Schritt für Schritt

Wenn Baggern die Verteidigung ist, dann ist Pritschen die Regie. Das obere Zuspiel – international „Setting“ – entscheidet, welcher Angreifer den Ball bekommt, mit welchem Tempo und in welcher Höhe. Ein sauberes Zuspiel macht den Unterschied zwischen einem Angriff, den der Gegner problemlos liest, und einem, der durchgeht.

Die Handstellung ist das Herzstück der Technik. Forme mit beiden Händen eine Art Körbchen über deiner Stirn. Die Finger sind gespreizt, die Daumen zeigen zueinander, und zwischen Daumen und Zeigefingern entsteht ein Dreieck. Der Ball landet in diesem Dreieck, nicht auf den Handflächen. Du berührst den Ball mit den Fingerkuppen – alle zehn Finger gleichzeitig, symmetrisch, für den Bruchteil einer Sekunde. Wer den Ball zu lange in den Händen hält, begeht ein „Führen“ – ein Foul, das der Schiedsrichter pfeift.

Die Position unter dem Ball ist entscheidend. Bevor du pritschst, musst du dich so bewegen, dass der Ball direkt über deiner Stirn ankommt. Nicht vor dir, nicht neben dir – über dir. Die Faustregel: Wenn du nach oben schauen musst, um den Ball zu sehen, stehst du richtig. Wenn du nach vorne schauen musst, stehst du zu weit weg. Die Beine sind dabei leicht gebeugt, ein Fuß steht minimal vor dem anderen für bessere Balance.

Die Kraft beim Pritschen kommt – genau wie beim Baggern – aus den Beinen. Du streckst Knie und Arme gleichzeitig und schiebst den Ball in die gewünschte Richtung. Die Handgelenke klappen am Ende der Bewegung leicht nach außen. Das gibt dem Ball die Richtung und den letzten Impuls. Der gesamte Vorgang dauert Millisekunden, aber er muss flüssig sein: Beine beugen, Ball empfangen, Beine und Arme strecken, Ball lösen.

Für Anfänger ist Pritschen oft frustrierend, weil der Ball anfangs überall hinfliegt, nur nicht zum Ziel. Das liegt fast immer an einer von zwei Ursachen: Die Hände sind nicht symmetrisch – eine Hand drückt stärker als die andere – oder der Spieler steht nicht unter dem Ball. Beides lässt sich trainieren. Eine einfache Übung: Stell dich unter einen Basketballkorb und pritsche den Ball immer wieder senkrecht nach oben, so dass er in den Korb fällt. Das zwingt dich, exakt unter dem Ball zu stehen und beide Hände gleichmäßig einzusetzen.

Häufige Pritschen-Fehler korrigieren

Der klassischste Fehler: den Ball mit den Handflächen spielen statt mit den Fingerkuppen. Das Ergebnis ist ein dumpfes Klatschgeräusch, ein unkontrollierter Ball und meistens ein Pfiff des Schiedsrichters wegen unsauberer Ballführung. Pritschen fühlt sich am Anfang unnatürlich an, weil die Finger die Arbeit übernehmen. Aber genau das ist der Punkt – die Fingerkuppen geben dir Kontrolle, die Handflächen nicht.

Zweiter Fehler: zu steife Finger. Wer die Finger fest zusammenpresst, kann den Ball nicht sauber aufnehmen. Die Finger müssen gespannt, aber elastisch sein – wie Federn, die den Aufprall abfangen und dann zurückschieben. Ein guter Test: Pritsche den Ball leise. Wenn es laut klatscht, sind deine Finger zu steif. Wenn der Ball fast geräuschlos von den Fingern gleitet, stimmt die Spannung.

Dritter Fehler: den Körper nicht zum Ziel drehen. Beim Pritschen zeigen deine Schultern immer dorthin, wo der Ball hinfliegen soll. Wenn du den Ball seitlich spielen willst, ohne den Körper zu drehen, wird das Zuspiel unpräzise und der Schiedsrichter sieht möglicherweise eine asymmetrische Ballberührung – ein weiteres Foul. Gerade Anfänger versuchen oft, mit einer Drehung der Handgelenke die Richtung zu ändern. Das funktioniert auf hohem Niveau als Täuschung, aber als Grundtechnik führt es nur zu Fehlern.

Schmettern: Anlauf, Absprung und Armzug

138 km/h – so schnell hat Wilfredo León den Ball bei einem Aufschlag über das Netz gejagt. Beim Schmettern, dem Angriffsschlag (international „Spike“), werden ähnliche Kräfte freigesetzt. Und obwohl viele denken, dass dafür vor allem starke Arme nötig sind, hat der Volleyball-Profi Castillo es treffend beschrieben: Das Geheimnis eines kraftvollen Schlages liegt vor allem in einer starken Bauchmuskulatur. Der gesamte Rumpf erzeugt die Rotation, die den Arm beschleunigt.

Der Anlauf beim Schmettern folgt einem Rhythmus, der für Rechtshänder so aussieht: links-rechts-links. Drei Schritte. Der erste Schritt ist kurz und gibt die Richtung vor. Der zweite Schritt ist lang und baut Geschwindigkeit auf. Der dritte Schritt bremst die Vorwärtsbewegung und wandelt sie in Vertikalkraft um – du springst. Linkshänder kehren die Reihenfolge um: rechts-links-rechts. Dieser Dreischritt-Rhythmus ist so fundamental, dass ich ihn meinen Spielern anfangs ohne Ball, ohne Netz, einfach auf dem Hallenboden üben lasse. Immer und immer wieder, bis er automatisch läuft.

Beim Absprung gehen beide Arme nach hinten und schwingen dann gleichzeitig nach vorne-oben. Dieser Armschwung liefert zusätzliche Höhe – ohne ihn verlierst du locker zehn Zentimeter Sprunghöhe. Am höchsten Punkt der Flugphase zieht der Schlagarm nach hinten, der Ellbogen bleibt hoch, und dann peitscht der Arm nach vorne. Der Kontakt mit dem Ball findet am ausgestreckten Arm über dem Kopf statt, mit einer offenen Hand. Du schlägst den Ball von oben nach unten, mit einer Handgelenksrotation, die ihm den Vorwärtsdrall gibt.

Die Profis treffen den Ball bei einer Sprunghöhe von 77 Zentimetern über Sand – Werte, die DVV-Trainer Jürgen Wagner bei Olympioniken gemessen hat. Für Amateure sind solche Zahlen natürlich nicht realistisch, aber sie zeigen, wie viel Potenzial in der richtigen Technik steckt. Selbst zehn Zentimeter mehr Sprunghöhe durch besseren Anlauf und Armschwung verändern den Winkel deines Angriffs drastisch.

Ein häufiges Problem: Spieler laufen zu früh oder zu spät an. Zu früh bedeutet, dass du am höchsten Punkt schon wieder auf dem Weg nach unten bist, wenn der Ball kommt. Zu spät bedeutet, dass du den Ball unter dir triffst statt über dir. Die Lösung: Warte mit dem Anlauf, bis der Ball die Hände des Zuspielers verlässt. Dann starte. Das erfordert Geduld und Vertrauen, aber es funktioniert zuverlässiger als jeder Versuch, den Zeitpunkt zu „erfühlen“.

Aufschlag-Technik: Von unten und von oben sicher servieren

Jeder Ballwechsel beginnt mit dem Aufschlag. Das macht ihn zur einzigen Technik im Volleyball, die du komplett alleine kontrollierst – kein Mitspieler, kein Gegner, kein Zeitdruck. Trotzdem ist der Aufschlag die Technik, bei der ich die meiste Nervosität sehe. Der Ball liegt in deiner Hand, alle schauen zu, und du musst liefern. Genau deshalb verdient der Aufschlag besondere Aufmerksamkeit.

Der Aufschlag von unten ist die Einsteigervariante, und ich meine das nicht abwertend. Er ist sicher, kontrolliert und bei sauberer Ausführung schwerer zu lesen, als viele denken. Du stehst mit dem ballseitigen Fuß vorne, hältst den Ball in der ausgestreckten Hand vor dir, und schlägst ihn mit der flachen Hand oder der Faust von unten nach oben-vorne. Der Schlüssel ist der Ballwurf – oder besser gesagt: Es gibt keinen Wurf. Du hältst den Ball einfach still und triffst ihn. Kein Hochwerfen, kein Anwerfen. Je ruhiger der Ball beim Kontakt, desto präziser der Aufschlag.

Der Aufschlag von oben bringt mehr Tempo und mehr taktische Optionen. Die Ausgangsposition: Du stehst hinter der Grundlinie, den Ball in der nicht-schlagenden Hand. Du wirfst den Ball etwa einen halben Meter über Kopfhöhe, leicht vor deinen Schlagarm. Dann schlägst du ihn mit gestrecktem Arm und offener Hand – ähnlich wie beim Schmettern, nur ohne Anlauf und Sprung. Der Treffpunkt liegt am höchsten Punkt des Ballwurfs. Bei Frauen wurde der schnellste Aufschlag mit 112,7 km/h gemessen, erzielt von der Italienerin Paola Egonu 2022 – eine Geschwindigkeit, die zeigt, was mit sauberer Oberkörperrotation und Armzug möglich ist.

Für beide Varianten gilt: Routine schlägt Talent. Ich rate jedem Spieler, sich eine feste Aufschlag-Routine zuzulegen. Immer die gleiche Position hinter der Linie, immer das gleiche Ritual vor dem Schlag – sei es zwei Mal den Ball auf den Boden prellen, einmal tief durchatmen oder kurz das Zielfeld fixieren. Diese Routine schaltet die Nervosität aus und gibt deinem Körper ein Signal: Jetzt wird aufgeschlagen, genau wie im Training.

Ein Detail, das oft übersehen wird: der Blick. Schau nicht auf den Ball, wenn du aufschlägst. Schau auf die Stelle im gegnerischen Feld, wo der Ball landen soll. Dein Körper folgt deinem Blick. Wer auf den Ball starrt, schlägt blind ins Feld. Wer das Ziel fixiert, trifft es häufiger, als er denkt.

Blocktechnik am Netz: Timing und Positionierung

Ich erinnere mich an ein Vereinsspiel, bei dem unser Block in den ersten beiden Sätzen genau null Bälle abgewehrt hat. Nicht weil die Spieler zu klein waren. Sondern weil sie immer eine halbe Sekunde zu früh sprangen. Der gegnerische Angreifer schlug den Ball, während unsere Blocker schon wieder auf dem Weg nach unten waren. Ab dem dritten Satz haben wir eine einzige Sache geändert: den Sprungzeitpunkt. Ergebnis: vier direkte Blockpunkte und ein gewonnenes Spiel.

Der Block beginnt nicht mit dem Sprung, sondern mit der Ausgangsposition. Du stehst etwa eine Armlänge vom Netz entfernt, die Hände auf Schulterhöhe, die Finger gespreizt, die Handflächen zum Netz. Die Füße stehen parallel, schulterbreit, die Knie sind leicht gebeugt. Aus dieser Position kannst du seitlich shuffeln, um dem gegnerischen Angreifer zu folgen, und dann vertikal springen.

Das Timing beim Block hängt vom Tempo des Angriffs ab. Bei einem hohen, langsamen Zuspiel springst du, nachdem der Angreifer abgesprungen ist – du reagierst auf seinen Sprung. Bei einem schnellen Zuspiel, einem sogenannten Schnellangriff, musst du fast gleichzeitig mit dem Angreifer springen oder sogar einen Tick früher. Die Faustregel: Je schneller der Ball, desto früher der Sprung. Diese Unterscheidung zu trainieren braucht Zeit, aber sie ist der Unterschied zwischen einem dekorativen Block und einem, der Bälle stoppt.

Über dem Netz schiebst du die Hände aktiv nach vorne in das gegnerische Feld. Die Finger sind gespreizt und gespannt, die Daumen zeigen nach oben. Du willst eine möglichst große Fläche bilden. Wichtig: Deine Hände greifen über das Netz, aber deine Arme berühren es nicht. Netzberührung ist ein Foul. Der Trick ist, die Hände nach vorne-oben zu schieben, statt einfach nur die Arme hochzustrecken. So deckst du mehr Raum ab und zwingst den Angreifer in eine schwierigere Schlagrichtung.

Beim Doppelblock koordinierst du dich mit deinem Nebenmann. Einer der beiden – meistens der Mittelblocker – gibt die Richtung vor, der andere schließt an. Die Regel: Keine Lücke zwischen den Händen. Wenn der Angreifer eine Lücke zwischen zwei Blockern sieht, schlägt er genau dort hindurch. Die Außenhände beider Blocker zeigen leicht nach innen, um den Ball ins eigene Feld zu lenken statt ins Aus.

Ballgefühl entwickeln: Übungen für bessere Kontrolle

„Es geht darum, schlauer und besser zu trainieren als der Rest. Qualität: Jede Bewegung, jeden Ballkontakt auf ein maximales Level zu bringen.“ Dieses Prinzip von DVV-Coach Jürgen Wagner fasst zusammen, warum Ballgefühl keine Nebensache ist. Ballgefühl – oder Ballkontrolle, Ballhandling – ist die Fähigkeit, den Ball bei jeder Berührung genau dorthin zu lenken, wo du ihn haben willst. Es ist das, was gute Spieler von durchschnittlichen unterscheidet, und es lässt sich trainieren.

Übung eins: Pritschen gegen die Wand. Stell dich zwei Meter vor eine glatte Wand und pritsche den Ball immer wieder gegen dieselbe Stelle. Zähle, wie viele saubere Kontakte du am Stück schaffst, bevor der Ball unkontrolliert abspringt. Wenn du zehn schaffst, versuch zwanzig. Wenn du zwanzig schaffst, geh einen Schritt weiter weg. Diese Übung trainiert Handstellung, Ballgefühl und Reaktionsschnelligkeit gleichzeitig – und du brauchst keinen Partner dafür.

Übung zwei: Baggern mit Zielzone. Lege ein Handtuch auf den Boden, etwa drei Meter entfernt. Wirf dir den Ball selbst an und bagger ihn so, dass er auf dem Handtuch landet. Klingt simpel. Ist es nicht. Aber nach hundert Wiederholungen wirst du merken, dass deine Plattformkontrolle sich verändert hat. Du steuerst den Winkel deiner Unterarme bewusster, weil du ein konkretes Ziel hast.

Übung drei: Ball jonglieren. Ja, wirklich. Spiele den Ball abwechselnd mit Pritschen und Baggern in die Luft, ohne dass er den Boden berührt. Pritschen, Baggern, Pritschen, Baggern. Das trainiert den schnellen Wechsel zwischen zwei Techniken und die Anpassung deiner Körperposition an verschiedene Ballhöhen. Anfangs schaffst du vielleicht drei Kontakte. Nach ein paar Wochen dreißig. Der Fortschritt ist sichtbar, messbar und motivierend.

Ballgefühl entsteht nicht in einer Trainingseinheit. Es entsteht über Wochen und Monate, in denen du den Ball so oft berührst, dass die Bewegungen automatisch werden. Jeder Ball, den du zu Hause gegen die Wand spielst, jedes Mal, wenn du den Ball im Garten in die Luft pritschst, baut neuronale Verbindungen auf, die dein Gehirn im Spiel abruft. Ohne nachzudenken. Und genau das ist das Ziel.

Technik als Fundament: Nächste Schritte

Fünf Techniken, fünf verschiedene Bewegungsabläufe – und alle greifen im Spiel ineinander. Dein Baggern liefert den Ball zum Zuspieler, dein Pritschen bereitet den Angriff vor, dein Schmettern macht den Punkt, dein Block stoppt den Gegner, und dein Aufschlag eröffnet jeden Ballwechsel. Keine dieser Techniken funktioniert isoliert, und keine davon wird jemals „fertig“ gelernt sein. Selbst Profis mit zwanzig Jahren Erfahrung arbeiten an Details ihrer Grundtechnik.

Mein Rat nach neun Jahren Spielanalyse und Trainingsarbeit: Nimm dir eine Technik pro Monat vor. Nicht alle fünf gleichzeitig. Vier Wochen intensiv am Baggern arbeiten bringt mehr als vier Wochen, in denen du alles ein bisschen übst. Und wenn du zwischen den Trainingseinheiten zehn Minuten am Tag mit dem Ball gegen die Wand spielst, verdoppelst du deinen Fortschritt.

FAQ: Volleyball Technik

Wie lange dauert es, die Grundtechniken im Volleyball zu lernen?

Die Grundlagen von Baggern und Pritschen lassen sich in vier bis sechs Wochen regelmäßigem Training so weit erlernen, dass du an einem Hobbyspiel teilnehmen kannst. Für saubere Technik unter Wettkampfdruck brauchst du mindestens sechs Monate bis ein Jahr konsequentes Training. Schmettern und Block brauchen in der Regel am längsten, weil Timing und Koordination im Zusammenspiel mit dem Zuspieler reifen müssen.

Kann ich Volleyball-Technik alleine zu Hause üben?

Ja, und es lohnt sich. Pritschen und Baggern gegen die Wand, Ball jonglieren zwischen oberem und unterem Zuspiel, Aufschläge im Garten oder Park – all das verbessert dein Ballgefühl auch ohne Partner. Schmettern und Block lassen sich alleine nur in Teilbewegungen üben, etwa der Anlaufrhythmus oder die Armbewegung ohne Ball.

Welche Technik sollte ich als Erstes lernen?

Baggern. Es ist die am häufigsten gebrauchte Technik im Volleyball und die Basis jeder Annahme. Ohne sauberes Baggern kommt kein vernünftiger Spielzug zustande. Danach folgt Pritschen, dann Aufschlag, und schließlich Schmettern und Block.

Warum fliegt der Ball beim Baggern immer unkontrolliert?

In den meisten Fällen liegt es an drei Dingen: Die Arme schwingen zu stark nach oben, die Plattform ist nicht stabil, oder du stehst nicht hinter dem Ball. Konzentriere dich darauf, die Kraft aus den Beinen zu holen, die Arme ruhig zu halten und dich mit den Füßen zum Ball zu bewegen, bevor du ihn berührst.

Erstellt von der Redaktion von „Volleyball Tipps“.

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