Volleyball für Frauen: Eine Sportart, die zu dir passt

Updated Juli 2026
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Frauenvolleyballteam beim Training in der Halle mit Teamgeist und Spielfreude

Mehr Frauen als Männer — und das ist kein Zufall

Eine Statistik, die viele überrascht: Im Deutschen Volleyball-Verband übersteigen die weiblichen Mitglieder mit 222.170 die männlichen mit 214.100. Volleyball ist eine der wenigen Sportarten in Deutschland, in denen mehr Frauen als Männer organisiert spielen. Das ist kein Zufall — Volleyball bietet eine Kombination aus Teamdynamik, technischer Herausforderung und geringem Verletzungsrisiko, die den Sport für Frauen besonders attraktiv macht.

In neun Jahren habe ich in gemischten Teams und in reinen Frauenteams gespielt und trainiert. Die Unterschiede sind kleiner, als viele denken — aber es gibt Aspekte, die für Frauen im Volleyball besonders relevant sind. Dieser Artikel ist für Frauen, die einsteigen wollen, und für Spielerinnen, die ihre Entwicklung gezielter angehen möchten.

Zahlen und Fakten: Frauen im deutschen Volleyball

Die DVV-Zahlen spiegeln einen internationalen Trend wider. In den USA ist Volleyball der beliebteste Mannschaftssport für High-School-Mädchen mit über 470.000 Teilnehmerinnen. Und der Weltrekord für die höchste Zuschauerzahl bei einer Frauen-Sportveranstaltung wurde 2023 bei einem Volleyballspiel aufgestellt: 92.003 Zuschauer sahen Nebraska gegen Omaha in einem College-Spiel. Frauenvolleyball ist kein Nischensport — er ist global einer der am stärksten wachsenden Bereiche im Sport.

In Deutschland hat der DVV 2025 insgesamt 464.148 Mitglieder, ein Zuwachs von 6,37 % gegenüber dem Vorjahr. Ein erheblicher Teil dieses Wachstums kommt aus dem Frauenbereich. Vereine berichten von steigender Nachfrage nach Frauenteams, Anfängerkursen für Erwachsene und gemischten Hobbygruppen. Der Einstieg war selten einfacher als jetzt.

Was mich an diesen Zahlen am meisten beeindruckt: Sie zeigen, dass Volleyball kein Sport ist, in dem Frauen eine Randgruppe bilden. Sie sind die Mehrheit. Das bedeutet, dass du in den meisten Vereinen auf Teams triffst, die speziell auf Spielerinnen ausgerichtet sind — mit angepasstem Training, entsprechender Teamkultur und oft auch weiblichen Trainerinnen.

Trainingstipps: Worauf Frauen besonders achten sollten

Eine US-Studie, die Verletzungsdaten von 2013 bis 2022 ausgewertet hat, zeigt: Von 134.785 erfassten Unterkörperverletzungen durch Volleyball bei Jugendlichen waren 80,6 % der Betroffenen weiblich. Das liegt nicht daran, dass Frauen schlechter spielen, sondern an biomechanischen Unterschieden — etwa einer tendenziell breiteren Hüftstellung, die das Kniegelenk anders belastet. Gezieltes Krafttraining für die Oberschenkel- und Hüftmuskulatur ist deshalb für Spielerinnen besonders wichtig.

Sprunggelenksstabilisation gehört in jedes Trainingsprogramm, unabhängig vom Geschlecht. Aber da das Verletzungsrisiko bei Frauen statistisch höher ist, empfehle ich Spielerinnen, Propriozeptionstraining — also Gleichgewichtsübungen auf instabilem Untergrund — fest in die Routine aufzunehmen. Zehn Minuten vor jedem Training reichen aus, um die Sprunggelenksstabilität spürbar zu verbessern.

Ein weiterer Aspekt, den ich ansprechen möchte: Viele Frauen, die als Erwachsene mit Volleyball anfangen, haben weniger Erfahrung mit Wurf- und Sprungbewegungen als Männer, die oft schon als Kinder Ballsportarten gespielt haben. Das ist kein Nachteil, sondern ein anderer Startpunkt. Die Grundtechniken lernst du unabhängig von deiner sportlichen Vorgeschichte — und Frauen, die ich trainiert habe, entwickeln oft schneller ein Ballgefühl und eine sauberere Technik, weil sie von Anfang an weniger auf Kraft setzen und mehr auf Präzision achten.

Was ich besonders empfehle: Integriere Krafttraining von Anfang an in dein Volleyballprogramm. Nicht um wie eine Bodybilderin auszusehen, sondern um deine Gelenke zu schützen und deine Leistung zu steigern. Zwei kurze Einheiten pro Woche mit Fokus auf Kniebeugen, Ausfallschritte und Core-Übungen reichen aus. Die Spielerinnen in meinem Umfeld, die zusätzlich zum Volleyballtraining Kraft trainieren, verletzen sich seltener und springen höher — beides Vorteile, die sofort spürbar sind.

Einstieg finden: Vereine, Kurse und Hobbygruppen für Frauen

Der DVV-Vereinsfinder ist der erste Anlaufpunkt. Filtere nach Frauenteams oder frag direkt beim Verein, ob es eine reine Frauenmannschaft oder eine gemischte Hobbygruppe gibt. Viele Vereine bieten beides an, und manche haben spezielle Anfängerinnenkurse, die auf Erwachsene zugeschnitten sind.

Volkshochschulen und Universitäten bieten ebenfalls Kurse an, oft mit dem Titel „Volleyball für Einsteiger“ oder „Volleyball für Erwachsene“. Diese Kurse laufen über acht bis zwölf Wochen und richten sich an Menschen ohne Vorerfahrung. Das Niveau ist homogen, die Atmosphäre entspannt und die Hemmschwelle niedrig.

Eine dritte Option sind informelle Hobbygruppen, die sich über Social Media organisieren. Suche nach „Volleyball Frauen“ plus deinem Stadtnamen auf Facebook oder Instagram. In vielen Städten gibt es wöchentliche Treffen für Spielerinnen aller Niveaus. Der Vorteil: keine Vereinsbindung, kein Wettkampfdruck, einfach spielen und Spaß haben.

Was mich immer wieder bestärkt: Die Volleyball-Community in Deutschland ist offen und einladend. Egal ob du 20 oder 50 bist, ob du Vorerfahrung hast oder nicht — du wirst ein Team finden, das dich aufnimmt. Der schwierigste Schritt ist, zum ersten Training zu gehen. Alles danach ist einfacher. Und wenn du Bedenken hast, ob du fit genug bist: Volleyball passt sich deinem Niveau an. In einer Anfängergruppe wird niemand erwarten, dass du springst wie eine Profispielerin. Du spielst auf deinem Level und wirst von Training zu Training besser.

Volleyball als Teamsport ohne Barrieren

Volleyball kennt keine Kontaktangst, kein Mindestgewicht und keine Altersbegrenzung. Er ist ein Sport, der Frauen genau die Kombination bietet, die viele suchen: körperliche Herausforderung, soziale Einbindung und die Freude an einer technisch anspruchsvollen Sportart. Die Zahlen zeigen, dass immer mehr Frauen in Deutschland das erkennen. Wenn du noch überlegst, ob Volleyball etwas für dich ist: Die Antwort steht in den Statistiken. Und den Einstieg in die Grundregeln findest du bei den Volleyball Regeln einfach erklärt.

Gibt es spezielle Volleyball-Ligen für Frauen?

Ja. In Deutschland gibt es ein vollstaendiges Ligasystem für Frauen, von der Bundesliga bis zu den Kreisligen. Daneben bieten viele Regionen Hobbyligen und Mixed-Turniere an, in denen Frauen und Maenner gemeinsam spielen. Der DVV-Vereinsfinder zeigt dir, welche Teams in deiner Naehe aktiv sind.

Welche Verletzungen betreffen Frauen im Volleyball häufiger?

Statistisch sind Frauen häufiger von Knieverletzungen betroffen als Maenner, was mit biomechanischen Unterschieden zusammenhaengt. Gezieltes Krafttraining für Oberschenkel und Hüfte sowie Sprunggelenksstabilisation reduzieren das Risiko deutlich. Ein gutes Aufwaermprogramm vor dem Training ist für Spielerinnen besonders wichtig.

Erstellt von der Redaktion von „Volleyball Tipps“.

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