Volleyball Ausrüstung Empfehlung: Was du wirklich brauchst

Volleyball, Hallenschuhe und Knieschoner auf einem Hallenboden arrangiert

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Der Markt ist groß — dein Bedarf ist kleiner als du denkst

Der globale Markt für Volleyball-Equipment liegt bei rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Ein beeindruckender Betrag, der vor allem eins zeigt: Es gibt sehr viele Produkte, die dir jemand verkaufen will. In neun Jahren Volleyball habe ich gelernt, dass Anfänger genau vier Dinge brauchen — den richtigen Schuh, einen vernünftigen Ball, eventuell Knieschoner und funktionale Kleidung. Alles andere kommt später oder gar nicht.

In diesem Artikel erkläre ich dir, worauf es bei jedem dieser vier Ausrüstungsteile wirklich ankommt. Keine Markennamen, keine Bestenlisten — sondern die Kriterien, nach denen du selbst die richtige Wahl triffst. Denn die beste Ausrüstung ist die, die zu deinem Spielstil, deiner Körperform und deinem Budget passt — nicht die, die der Profi auf Instagram trägt.

Volleyballschuhe: Dämpfung, Grip und Passform

Deine Schuhe sind das wichtigste Ausrüstungsteil im Volleyball. Das sage ich nicht, weil Schuhe teuer sind, sondern weil sie deine Gelenke schützen und deine Bewegungen auf dem Hallenboden bestimmen. Ein guter Volleyballschuh hat drei Eigenschaften: Dämpfung für die Landung nach Sprüngen, Grip für schnelle Richtungswechsel und eine Passform, die deinen Fuß stabilisiert, ohne ihn einzuengen.

Die Sohle ist der entscheidende Faktor. Volleyballschuhe haben eine helle, nicht-markierende Gummisohle — die sogenannte Non-Marking-Sohle. Sie gibt dir Halt auf dem Hallenboden, ohne Streifen zu hinterlassen. Laufschuhe oder Outdoor-Sneaker sind keine Alternative: Ihre Sohlen sind für andere Untergründe gemacht und bieten auf Hallenboden zu wenig seitlichen Halt. Das Verletzungsrisiko steigt erheblich.

Bei der Dämpfung gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Zu viel Dämpfung macht den Schuh instabil und verlangsamt die Kraftübertragung beim Absprung. Such dir einen Schuh mit moderater Dämpfung im Vor- und Rückfußbereich. Probiere die Schuhe nachmittags an — deine Füße sind dann etwas größer als morgens. Und trage beim Anprobieren die Socken, die du auch beim Spielen trägst.

Ein Punkt, den viele vergessen: Volleyballschuhe haben eine kürzere Lebensdauer als Laufschuhe. Durch die ständigen Richtungswechsel und Sprünge nutzt sich die Sohle schneller ab. Plane einen Austausch alle sechs bis zwölf Monate ein, je nachdem wie oft du spielst. Sobald du auf dem Hallenboden merklich weniger Grip hast, ist es Zeit für ein neues Paar. Alte Schuhe mit abgelaufener Sohle sind ein direkter Weg zu Sprunggelenksverletzungen.

Den richtigen Volleyball wählen: Gewicht, Material und FIVB-Norm

Ein Standard-Volleyball wiegt 260 bis 280 Gramm. Das klingt nicht nach viel, aber der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Ball zeigt sich nach dreißig Minuten Training: Ein billiger Ball fliegt unberechenbar, verformt sich und tut an den Unterarmen weh. Ein vernünftiger Ball hat eine gleichmäßige Flugbahn und einen angenehmen Kontakt.

Weltweit werden jährlich über 200 Millionen Volleybälle produziert — von der Strandkugel für drei Euro bis zum FIVB-zertifizierten Wettkampfball. Für den Anfang brauchst du keinen Profi-Ball, aber du solltest auch nicht den billigsten vom Discounter nehmen. Achte auf das Paneldesign: Moderne Bälle mit 18 Panels bieten eine stabilere Flugbahn als die klassischen 12-Panel-Modelle. Das Material der Außenhülle sollte synthetisches Leder sein — echtes Leder ist schwerer und saugt Feuchtigkeit auf.

Für das Training in der Halle reicht ein Ball der mittleren Preisklasse. Wenn du draußen spielst, brauchst du einen Ball mit widerstandsfähigerer Oberfläche, da Sand und Beton die Hülle schneller abnutzen. Beachvolleybälle sind etwas größer und leichter als Hallenbälle — kaufe für jede Spielform den richtigen Ball.

Ein Tipp aus der Praxis: Pumpe deinen Ball regelmäßig auf den vorgeschriebenen Druck auf. Ein zu weicher Ball verfälscht dein Ballgefühl und die Flugbahn. Ein zu harter Ball tut an den Unterarmen weh und springt zu aggressiv ab. Die meisten Bälle haben den empfohlenen Luftdruck auf der Oberfläche aufgedruckt — halte dich daran.

Knieschoner: Schutz für Abwehr und Hechtbagger

Knieschoner sind kein Pflichtausrüstungsteil, aber wenn du Feldabwehr trainierst und Hechtbagger übst, wirst du sie nach dem ersten blauen Knie zu schätzen wissen. Sie schützen nicht vor Verletzungen des Kniegelenks selbst — dafür sind sie nicht konstruiert. Sie schützen vor Prellungen und Schürfwunden, wenn du auf den Hallenboden gehst.

Es gibt zwei Grundtypen: Slip-on-Knieschoner, die du wie eine Socke über das Knie ziehst, und Modelle mit Klettverschluss. Die Slip-on-Variante sitzt enger und verrutscht weniger, aber du musst die Schuhe ausziehen, um sie anzulegen. Modelle mit Klettverschluss sind flexibler, können aber im Spiel verrutschen.

Die Polsterung besteht aus Schaumstoff oder Gel. Gel-Polster passen sich besser an die Knieform an und verteilen den Aufprall gleichmäßiger. Schaum ist leichter und trocknet schneller. Beide funktionieren — probiere aus, was sich für dich besser anfühlt. Wichtig: Der Knieschoner muss fest sitzen, ohne die Bewegung einzuschränken. Wenn er beim Springen verrutscht, ist er zu groß. Die Größentabellen der Hersteller weichen voneinander ab — miss deinen Knieumfang und vergleiche vor dem Kauf, statt einfach deine Hosengröße zu nehmen.

Trikot, Hose und Socken: Funktionskleidung im Volleyball

Hier muss ich niemanden lange überzeugen: Baumwolle hat auf dem Volleyballfeld nichts verloren. Funktionsfasern transportieren Schweiß von der Haut weg und trocknen schnell. Ein durchnässtes Baumwoll-T-Shirt klebt am Körper, schränkt die Armbewegung ein und kühlt dich aus, sobald du eine Pause machst.

Für die Hose gilt dasselbe Material-Prinzip. Die Länge ist Geschmackssache — manche spielen in kurzen Hosen, andere bevorzugen knielange Modelle. Entscheidend ist, dass die Hose nicht rutscht und genug Bewegungsfreiheit für Ausfallschritte und Sprünge bietet. Ein elastischer Bund ohne Knöpfe oder Reißverschluss am Bauch ist praktischer als alles andere.

Socken werden unterschätzt. Volleyball-Socken sind höher geschnitten als Sneaker-Socken und polstern die Belastungszonen an Ferse und Ballen. Sie verhindern Blasen und geben im Schuh zusätzlichen Halt. Nimm keine dünnen Alltagssocken — nach einer Trainingseinheit mit intensiver Beinarbeit wirst du den Unterschied spüren. Manche Spieler schwören auf Kompressionssocken, die den Blutfluss in den Waden fördern. Ob du sie brauchst, hängt von deinem persönlichen Empfinden ab — probiere es aus und entscheide selbst.

Noch ein Detail, das Anfänger oft übersehen: Keine Uhren, Ringe oder Halsketten auf dem Feld. Das ist keine Stilfrage, sondern eine Sicherheitsregel. Schmuck kann beim Ballkontakt oder bei der Landung zu Verletzungen führen — bei dir oder bei deinen Mitspielern. Die meisten Schiedsrichter achten darauf und werden dich bitten, alles abzulegen.

Deine Checkliste für den Einstieg

Du brauchst nicht viel, aber das Richtige. Ein Paar Hallenschuhe mit Non-Marking-Sohle, ein Ball mit Kunstleder-Oberfläche und ordentlicher Verarbeitung, Knieschoner, sobald du Abwehr trainierst, und Funktionskleidung, die dich nicht einschränkt. Alles zusammen kostet weniger als eine Jahresmitgliedschaft im Verein — und hält bei ordentlicher Pflege mehrere Saisons. Investiere in die Schuhe, spar beim Trikot. Wenn du wissen willst, wie diese Ausrüstung auf dem Spielfeld zum Einsatz kommt, findest du in meinem Volleyball Technik Tipps Artikel den passenden Überblick.

Wie viel wiegt ein offizieller Volleyball?

Ein offizieller Volleyball wiegt zwischen 260 und 280 Gramm und hat einen Umfang von 65 bis 67 Zentimetern. Beachvolleybaelle sind in der Regel etwas größer, aber leichter im Kontaktgefuehl, da sie einen geringeren Innendruck haben.

Brauche ich als Anfänger Knieschoner?

Nicht unbedingt vom ersten Training an. Sobald du aber Feldabwehr uebst und regelmäßig auf dem Hallenboden landest, lohnen sich Knieschoner. Sie schuetzen vor Prellungen und Schuerfwunden und nehmen dir die Angst, dich nach dem Ball zu werfen.

Erstellt von der Redaktion von „Volleyball Tipps“.

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